Text des Monats: „Der stille Tod“ von Blumenberg

Um in meinem Blog Text des Monats zu werden, muss das Werk nicht perfekt sein. Erstens, weil es sowas höchst selten (um nicht zu sagen: gar nicht) gibt, und zweitens, weil es mir nicht um perfekte Texte geht. Ums Perfektionieren von Text allerdings schon.

In der Leselupe lud mich der Autor Blumenberg zu seinem Text „Der stille Tod“ ein. Ich danke dafür. Denn hier passiert etwas, was immer passieren sollte: Der Autor hat sich ausdrücklich Gedanken darum gemacht, was er bewirken will. Und er hat dafür mit Konventionen gebrochen, ohne in künstlerisches Schweben abzugleiten.

Konkret: „Der stille Tod“ befasst sich vordergründig mit dem ersten großen Giftgaseinsatz des ersten Weltkrieges. Zugleich geht es um Kriegsgräuel schlechthin. Konventionell würde man dies durch das ausführliche Zeichnen dieser Gräuel darstellen. Blumenberg tut das nicht, er setzt auf den Kontrast zwischen dem, was man (eben jener Konventionen wegen) über das Thema aus anderen Texten und Werken erlernt hat, und der Ausblendung des Grauens durch die Betroffenen, jenen Soldaten, die es tatsächlich live erleben mussten und es (einem völlig normalen Schutzmechanismus der menschlichen Psyche folgend) zu übersehen lernten. Letzteres (dass auch die gewählte, unkonventionelle Sicht einen festen Anker in der Realität hat) ist meiner Ansicht nach essentiell für die (in den lobenden Kommentaren auch erkennbare) Wirksamkeit dieses Textes.

Allerdings gebe ich zu, dass ich auch aus einem zweiten Grund diesen Text ausgewählt habe. In der Diskussion habe ich versucht darzustellen, dass Konventionen manchmal durchaus auch sinnvoll sind, wenn es um Wirksamkeiten geht. Er erleichtert die emotionale Anknüpfung, wenn man vertraute Elemente vorfindet. Wenn das konkrete Grauen wenigstens für einen Moment auch konkret sichtbar wird. Andererseits leuchtet das Argument, gerade in dem Moment der größten Gräuel den meisten emotionalen Abstand im Text zu erzeugen, durchaus auch ein. Das ist die Stelle, an der man als Autor abwägen muss …

Und das ist es, worum es mir geht: Darum, etwas nicht einfach runterzuschribbseln, sondern sich Gedanken um Ziel und Mittel zu machen. Und wenn das am Ende so gut klappt wie bei „Der stille Tod“ – um so besser!

Thriller geht anders

Ein Thriller auf 40 Seiten? Mag ja sein, dass „Thrill“ keine Frage der Textlänge ist, aber unter „Thriller“ stellt man sich ja doch etwas mehr als eine Kurzgeschichte vor. Hat Marc Pain womöglich einfach nur marketingfreundlich übertrieben? Ich wollte es wissen und ließ mir ein Rezensionsexemplar von „Geh nicht dorthin“ mailen …

 

Alles beginnt mit einer Szene im Wald. Ein Haufen Leute werden genannt, eine unbekannte Gefahr erwähnt und dann kommen die ersten schon um. Normalerweise wäre das ein netter Prolog, aber im nächsten Kapitel springt der Text zurück zur Ankunft der Gruppe in einem Nest namens Iwdel und ich merkte, dass die Story mich schon nicht mehr interessierte. Ich wusste ja, wo es hinführt: Die Leute werden auf ihrer Wanderschaft von etwas verfolgt werden und sterben. Und: Sie werden nie rausfinden, was sie da verfolgt.

Ich rief mich zur Ordnung. Es konnte ja sein, dass die verhängnisvollen Dinge schon kurz nach der Ankunft beginnen und nur wenige der zirka 40 Buchseiten bis zum Beginn des Thriller-Teil nötig sein würden. Dann konnten die Überlebenden der Quasi-Prolog-Szene ja noch dies und jenes erleben, was spannend werden könnte.

Es dauerte dann aber nicht nur wenige Seiten. Es folgte ein Bericht darüber, wie die zehn Studenten sich versammeln, aufbrechen und dann per Ski – das Ganze spielt im Winter am Fuße des Urals – wandern. Warum sie das tun, habe ich zwar nicht wirklich verstanden, aber dieses Wissen habe ich nie vermisst – es ist für die Story irrelevant.

Relevant wäre allerdings gewesen, mir die Figuren nahezubringen, mich also in die Situation zu versetzen, mich um sie zu sorgen oder mit ihnen zu fühlen. Das gelang nicht. Zwar gab es ein paar Dialoge und Passagen, die die Beziehungen und Charaktere zeichnen sollten, aber mir blieb das alles zu blass.

Relevant wäre auch gewesen, Spannung – ein wichtiges Merkmal von Thrillern – zu erzeugen. Auch das gelang nicht. Das hat zum einen sicher mit den fehlenden Bezug zu den Figuren zu tun, zum anderen mit dem Umstand, dass trotz des erzählenden Grundtons vieles eher wie eine Bildbeschreibung klang. Was die Figuren durchmachen, ist nicht Gegenstand dieses Teils. Es scheint eigentlich nur darum zu gehen, die Figuren für die entscheidenden Szenen zu platzieren. Dass es auch darum ging, die Fakten des tatsächlichen Ereignisses, auf dem die Geschichte beruht, irgendwie einzuarbeiten, wurde mir erst später klar. Das erklärt, warum der Autor nicht einfach auf dieses Vorgeplänkel verzichtete.

Dann – noch vor der Mitte – passiert ein weiterer Spannungskiller: Konnte man nach dem Quasi-Prolog noch hoffen, es gäbe Überlebende, wird hier klipp und klar gesagt, dass keiner der Gejagten es schaffen wird. Nur derjenige, der sich an der Stelle gesundheitsbedingt aus der Gruppe verabschiedet und umkehrt, überlebt. Für den Thriller-Teil ist er aber unerheblich, weil er das bevorstehende Grauen nicht miterleben wird.

Faktisch ist es für den Thriller allerdings nicht unerheblich, dass dieser eine jetzt geht, denn die Zahl neun – also die Zahl der Weiterwandernden – spielt durchaus eine Rolle. Doch obwohl die Wanderer um diese Zahl durchaus wissen, kommt das nicht zur Sprache. Überhaupt wird die düstere Legende um die Region namens „Geh nicht dorthin“ so nebensächlich und so kurz erwähnt, dass es einem um das verschenkte Thrill-Potential richtig leid tun könnte.

Was gibt es also noch, was mein Interesse halten könnte? Ein mysteriöses Licht. Das ist gut, das macht neugierig. Dann – nach einer weiteren längeren Berichtspassage – sind die Figuren endlich am Ort des Geschehens. Was da des Nachts passiert, verrate ich nicht, es sei nur so viel erwähnt, dass dies zu der Szene aus dem Quasi-Prolog führt. Dem folgt, was mit den am Anfang noch Überlebenden passiert.

In diesem Teil des Buches schwingt sich jetzt die Phantasie des Autors auf. Er behauptet eine Reihe seltsamer, erschreckender Phänome, vor denen die Wanderer fliehen und sich zu retten versuchen. Hier kommt nun – wenige Seiten vor Schluss – endlich der Thrill.

Das heißt, er hätte hier kommen müssen. Aber auch hier beschränkt sich der Text weitestgehend auf die Bildbeschreibung – die Erschütterung über das Gesehene, die Angst, die körperlichen Strapazen und letztlich das Sterben finden im Text kaum statt und wenn doch, dann klingt es nicht nach Emotionen, sondern – ich weiß ich wiederhole mich – wie der Bericht über Emotionen.

Meine letzte Hoffnung auf Thrill war das Nachwort. Das erklärte, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht: Diese zehn jungen Leute waren wirklich zu diesem Berg aufgebrochen, neun von ihnen waren wirklich gestorben und ihre Leichen später in merkwürdigem Zustand gefunden worden. Der große Rest sei aber Fiktion. Und zwar nach dem, was im Nachwort steht, reine Fiktion. Das ist nicht spannend. Spannend wäre gewesen, Elemente der Fiktion mit weiteren Elementen der Realität zu verknüpfen und zwar über die reine Auffindsituation hinaus. Woher zum Beispiel diese Idee mit dem Licht? Inzwischen weiß ich, dass der Autor auch dafür einen „Input“ hatte. Diese Art Vernetzung mit noch anderen Umständen als dem bloßen Tod der Neun hätte interessant sein können, hätten der reinen Fiktion einen Anstrich von Theorie-Charakter geben können.

Mein Fazit: Da ist erzähltechnisch einiges schief gegangen, denn die Idee an sich hätte wirklich einen Thriller abgeben können. Das Problem beginnt bei der Nicht-Entscheidung, ob eine Geschichte über diese Leute und ihr Ende erzählt oder eine illustrierte Theorie zum Rätsel aufgestellt werden sollte, und reicht über Konstruktionsschwächen wie die oben angedeutete Vorwegnahme des Ergebnisses bis hin zu Textdetails wie Wiederholungen von Aussagen. Allerdings ist das Ganze recht süffig lesbar, der Autor ist also nicht gänzlich unbegabt, nur etwas unerfahren, wie es scheint. Um so mehr finde ich es bedauerlich, dass das Potential der Story so wenig gezündet werden konnte. Schade.

 

Nachtrag: Das E-Book ist für 1,99 Euro erhältlich. Geld, das man sich meiner Meinung nach sparen kann, die Hintergründe, die man unter dem Stichwort „Djatlow-Pass“ im Internet findet, sind allemal spannender.

 

 

 

 

 

Angaben zum E-Book: Marc Pain „Geh nicht dorthin“, neobooks Self-Publishing, ca. 40 Seiten, 1,99 Euro

„Wenn man nichts Nettes zu sagen hat …“ – Schluss mit Verschwörungen!

Wofür werden Rezensionen geschrieben? Um – bleiben wir mal bei Büchern – dem Leser der Rezension Informationen über das Buch zu geben. Das sind zum einen die eher faktischen Informationen wie Titel, Autor, Inhalt und eventuell Genre. Zum anderen geht es um weitere Angaben, die die Rezension vom simplen Buchtipp abheben, als da wären Einordnung des Werkes (ins Œuvre des Autors, in die Literaturszene, ins aktuelle Geschehen oder andere Zusammenhänge), Aussagen zu Stil und Wirkung, zu inhaltlichen Aspekten und deren Bedeutung – eben zu all dem, was der Rezensent über das Buch und seine Wirkung auf den Leser (in dem Fall den Rezensenten) für mitteilenswert hält.

So weit, so gut.

Nun gibt es immer wieder Äußerungen, schlechte Rezensionen – also eigentlich Rezensionen, die Schwächen des Buches benennen – nicht öffentlich zu machen, sondern dem Autor privat zukommen zu lassen. Und das kommt nicht nur von Autoren, deren Bücher solche Rezensionen bekommen und die sich daraufhin persönlich angegriffen fühlen. Auch im Zusammenhang mit amazon zum Beispiel fand ich heute eine solche Empfehlung in einer Autorengruppe bei Facebook. Unter anderem sei es deshalb empfehlenswert, weil amazon es nicht gern sieht, wenn jemand Konkurrenzprodukte kritisch beurteilt.

Also mal ehrlich, Leute! Ja natürlich kann ich einem Autor ganz persönlich schreiben, was ich von dem Buch, das er bereits unter die Leute geworfen hat, halte. Aber wozu? Um einen Kontakt zu dem Autor herzustellen? Okay, Fantum ist ja erlaubt. Aber um das Buch zu beurteilen? Warum soll ich das heimlich tun? Das Buch hat der Autor ja auch nicht unter dem Siegel der Verschwiegenheit veröffentlicht. Um dem Autor zu helfen? Wobei? Das Buch ist draußen, das ist ohnehin nicht mehr zu retten. Um keine Leser zu verscheuchen? Das ist – wenn das Buch entsprechend schlecht ist – ja genau eine der Aufgaben einer Rezension: Dem Leser Gelegenheit zu geben, VOR dem Kaufen zu entscheiden, ob sich der Kauf bzw. das Lesen überhaupt lohnt.

Und selbst wenn man diesen Punkt, Leser anzulocken oder abzuschrecken, mal außen vor lässt: Die Rezension dient – wie alle journalistischen Gattungen – auch einem Bildungsauftrag. Und der geht über das Ansagen von bibliografischen Daten, also über die Meldung über die Existenz eines Buches, weit hinaus. Zum einen geht es darum, dem Leser Lesehilfe für das konkrete Buch zu geben, indem man eben auf spezifische Dinge hinweist. Zum anderen geht es aber auch darum, Leser überhaupt zu schulen, ihnen zu zeigen, was an Büchern, an Texten beachtenswert sein kann – über die reine Story hinaus.

Also: Wenn dich ein Autor ganz privat nach deiner Meinung fragt, dann teile sie im ganz privat mit! Aber wenn er (oder sein Verlag) eine Rezension bestellt oder du ungefragt eine Rezension schreibst, dann behandle diese auch so: Wie eine Rezension und nicht ein Verschwörungspapier, das nur ausgewählten Eingeweihten zu Gesicht kommen darf!

„Verschwörung bis ganz oben“ oder „Das Lidl-Horoskop“

Verschwörungstheorien gibt es schon ewig. Und sie boomen: Reptiloide unter unseren Spitzenpolitikern, Chemtrails, Bilderberger-Verschwörung, das Montauk-Projekt, 9/11 … Bei wikipedia gibt es eine Liste von Verschwörungstheorien, die es in sich hat.

Ich muss heute dieser Liste eine weitere Theorie hinzufügen: Die Lidl-Horoskop-Verschwörung. Diese besagt, dass Wer-auch-immer – vermutlich eine exklusive Gruppe von Handelsbossen – sich zusammengetan hat, um gezielt einen Bedarf an bestimmten Produkten zu wecken.

Nun ist diese Idee – also „Bedürfnisse wecken“ – an sich nicht neu. Spätestens seit im Kapitalismus die Überproduktion den tatsächlichen Bedarf an Waren erstmals markant überstieg und man Kunden einreden musste, dass diese mitnichten alles hätten, was sie brauchen, muss der Kapitalist bei Strafe seines wirtschaftlichen Untergangs um Kunden werben. Aber jetzt geht diese Gruppe noch einen Schritt weiter: Sie weckt nicht mehr nur Bedürfnisse (also eher Wünsche), sondern einen echten Bedarf an Notwendigem. Und das mit Hilfe von oben. Von ganz ganz oben. Diesen Bedarf deckt sie dann sehr gezielt durch die Produkte, die sie zeitgenau anpreist.

Meine Beweise?

Also:

Vor zwei Wochen ging am Wochenende meine Dusche kaputt. Die Dichtung zwischen Duschschlauch und Duschkopf brach. In der Woche drauf gab es bei Lidl Duschköpfe und Duschschläuche im Sonderangebot. An diesem Wochenende überfiel uns beim Flohmarkt ein satter Landregen und weichte – unter anderem – all unsere Papp-Transport-Kartons auf. Sie sind damit müllreif. Und tatsächlich: In dieser Woche gibt es bei Lidl im Sonderangebot Papp-Transport-Kartons.

Na wenn das mal nicht auffällig ist! Wobei ich nun nicht genau weiß, was mich mehr beunruhigen sollte: Dass „die“ in meine Wohnung einbrechen, um mal eben was kaputt zu machen, oder dass „die“ sogar Petrus auf ihrer Gehaltsliste haben.

Wie auch immer: Ich werde jetzt mal schnell nachsehen, was es nächste Woche bei Lidl gibt …

Text des Monats: Ein Gedicht

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da bekam ich zum ersten Mal Kontakt mit Leuten, die schreiben. Natürlich wusste ich, dass es solche Leute gab, irgendwer schuf ja die Geschichten in den Büchern, die ich ständig las. Und ich selbst schrieb ja auch schon ein Weilchen. Aber getroffen hatte ich noch keinen von denen. Und dann gewann ich die Teilnahme an etwas, das „Poetenwerkstatt“ hieß, und gesellte mich zu einer gemischten Gruppe, die Prosa und Lyrik zum Thema hatte. Hier hörte ich zum ersten Mal sowas wie „Merksätze“.

Naja, eigentlich waren es eher Sätze, die ich mir gemerkt habe. Zum Beispiel über das Phänomen, dass erstaunlich viele Schreibanfänger sofort mit einem ganzen Buch als Erstlingswerk loslegen. Daran hat sich offenbar bis heute – knapp 35 Jahre danach – nicht viel geändert. Und was der Seminarleiter damals zu bedenken gab – dass man mit kurzen Texten die meisten Grundlagen des Schreibens viel besser einüben kann –, gebe ich heute so manchem Jungautor weiter. Nicht, dass ich glaube, dass einer davon deshalb seine Strategie ändern würde …

Was mir auch im Gedächtnis geblieben ist: Eines der Mädchen las ein Gedicht vor. Sie leitete mit der Erklärung ein, dass sie eigentlich Romane schreibe, aber wenn es schnell gehen müsse, dann würde sie nebenbei auch mal ein Gedicht machen. Der Seminarleiter unterbrach sie – mit dem selben nachsichtig-entsetzten Lächeln in der Stimme wie bei der Buch-Sache – mit dem Hinweis, dass kurze Formen nicht schneller gemacht sind als lange, nur weil sie kurz sind. Im Gegenteil, man müsse bei so kurzen Texten viel, viel stärker an jedem Wort und jedem Satzzeichen feilen, weil all der Inhalt ja auf kleinstem Raum Platz haben muss.

Diese beiden Dinge – „Schreiben ist ein Übung verlangendes Handwerk“ und „guten Text macht man nicht nebenbei“ – haben sich meinem Schreiber-Ich tief eingebrannt.

 

Was das alles mit dem Text des Monats zu tun hat? Dieses Gedichtlein entstand – wie die allerallerallermeiste Lyrik von mir – nebenbei, weil es zu lange gedauert hätte, diesen Inhalt in eine Geschichte zu gießen. Trotzdem finde ich es noch immer ganz nett …

Redewendungen sind nicht zum Wenden da!

 

Zu den mich nervenden Fehlern gehören falsch benutzte Redewendungen und Sprichworte. Das in dem Zusammenhang gern kolportierte „Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht“ gehört zu dieser Kategorie. Es wird heute oft im Zusammenhang mit Ironie – also gezielt falsch – verwendet, aber schon „Das schlägt dem Fass die Krone aus“ meine ich immer mal wieder auch ganz ernsthaft gemeint zu hören.

 

http://www.hamburg-startups.net/scribershub-launcht-vermittlungsplattform-fuer-freelance-schreiber/

Das zeigt uns, dass wir den Zahn der Zeit getroffen haben, befinden wir uns doch im medialen Change Prozess und haben eine stetig wachsende Anzahl an Digital-Nomaden.

Da hat wohl der Nerv an den Deutschkenntnissen der Guten genagt. Oder an den Englischkenntnissen? Jedenfalls schreibt man „Change Process“ (oder „change process“, wenn es kein Eigenname sein soll) oder „Change-Prozess“ – was immer damit eigentlich gemeint ist. Oder mit Digital-Nomaden.

 

Aus einer Radiosendung, deren Titel und Ausstrahlungstag ich leider vergessen habe (vermutlich auf PSR am Wochenende)

Es fehlte damals an allen Ecken und Kanten.

Sowas kann nur jemand mit Ecken und Enden fabrizieren, der sich in Sachen deutscher Sprache gern mal querlegt.

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Apropos wenden: Seit gefühlten Ewigkeiten wettere ich gegen den Unsinn, aus Tierbabys Babytiere zu machen – Babyenten, Babyelefanten, Babykatzen sind nur einige dieser Beispiele. Vorige Woche setzte Radio PSR dem Schwachsinn die Krone auf, indem es in den Nachrichten meldete, im Leipziger Zoo drehe sich am folgenden Wochenende alles um die Nachwuchstiere. Nun kenne ich z. B. den Begriff „Nachwuchsschaffner“, das sind in der Regel Kinder, die so tun, als wären sie Schaffner. Was oder wer bitte kann so tun, als wäre es oder er ein Tier, ohne eines zu sein? – Ach ja: Menschen. Um Menschen, die sich wie Tiere aufführen, zu sehen, musste man am superlangen Wochenende ab Vatertag aber nun wirklich nicht in den Zoo gehen …

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Und noch ein paar andere Fundstücke:

 

http://web.de/magazine/gesundheit/raucherinnen-vermindern-lebenserwartung-bevoelkerung-31466628

Raucherinnen vermindern Lebenserwartung der Bevölkerung

Ein „schönes“ Beispiel für falsch klingende Aussagen über richtige Zusammenhänge. Ja klar sinkt die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung, wenn die der Frauen sinkt (das erzählt der zugehörige Artikel auch). Was bei dieser Formulierung allerdings hängen bleibt, ist der Eindruck, Frauen, die rauchen, würden allen in der Bevölkerung Lebensjahre „stehlen“. Im Pfad oben ist das sogar noch deutlicher so formuliert: „Früher Tod wegen Raucherinnen“ steht dort. Aber mal ehrlich: Eine Meldung mit der Überschrift „Rauchende Frauen leben kürzer“ würde kein Schwein mehr anschauen, weil das Allgemeinwissen ist.

 

 

http://www.gc-gut-haseldorf.de/439-0-Newsletter+Maerz.html

Kennen Sie schon den Hamburger-Kreis?

Der HAMBURGER KREIS ist ein Zusammenschluss von Golfclubs, der es seinen jeweiligen Mitgliedern ermöglicht, an festgelegten Tagen die Anlagen der angeschlossenen Clubs zu 50% des sonst üblichen Vollzahler-Greenfees zu nutzen.

Okaayyy … und was ist nun der Hamburger-Kreis?

 

Auf Facebook gefunden:

Hündin Chi Chi wurde jahrelang geschlagen, damit Ihr Fleisch zarter wird.

Ist ja nett, dass sich jemand um mein Fleisch kümmert, aber dafür einen Hund schlagen? Das ist nicht nur brutal, sondern auch völlig sinnlos.

 

http://zumschreiberling.xobor.de/

Jetzt bist du mein Gast, aber wenn du dich zu uns gesinnst, bist du mehr und darfst hier in meinen Räumen mit mischen.

Ich bin nicht sicher, ob ich so einem Gastgeber gutgesellt bin …

 

Text des Monats: Vorabauszug aus „Allein“

Schon wieder ist ein Monat rum und ich schulde den Lesern dieses Blogs einen neuen Text. Einen brandneuen Text gewissermaßen, denn diesmal gibt es einen Vorabauszug aus dem Roman, an dem ich gerade arbeite. Es ist ein recht altes Projekt, das erst jetzt einigermaßen reifen konnte.

Die Keimzelle für das Buch ist die Geschichte „Am Ende des Regens“, die in der gleichnamigen Anthologie  des FantasyGuide erschienen ist. Noch während ich die ersten Abschnitte schrieb, begann ich, über die Einbindung der Story in das schon bestehende Geschichten-Gewebe nachzudenken. Das war so ziemlich die blödeste Idee, die ich je hatte. Im Ernst: Hätte ich geahnt, was mir das noch für Arbeit einbringen würde, hätte ich das Ganze wahrscheinlich sofort ad acta gelegt. Seit dieser Aktion – die sich immerhin über mehr als ein Jahrzehnt erstreckte – weiß ich, dass ich sehr schlecht darin bin, mir für bestimmte Inhalte passende Geschichten auszudenken.

Trotzdem bin ich jetzt – so in der beginnenden Endphase der Schreiberei an „Allein“ – recht zufrieden, dass ich die Sache nicht ad acta gelegt habe. Besonders der Erzählstrang rund um Ines Braun hat doch so nach und nach Wendungen gebracht, die die Warén-Welt auf eine besondere Weise komplettieren. Euphorisch ausgedrückt: Da ist ein echter Knaller drin!

Natürlich verrate ich den im Text des Monats noch nicht, aber immerhin sind wir hier schonmal in dem richtigen der drei Erzählstränge …

Wen es interessiert, wie „Allein oder Am Ende des Regens“ heranwuchs, der findet auf meinem anderen Blog eine Art Protokoll.